Ab durch die Hecke Artikel von Christa Hasselhorst in der Welt am Sonntag, 6. September 2009
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IMMERGRÜNE HECKEN

"Die meisten Gartenbesitzer wollen mit ihrer Hecke die Quadratur des Kreises", ist von Gayls Erfahrung: "Sie soll schnell wachsen, preiswert sein, pflegeleicht und am liebsten immergrün." Die immergrüne Hecke ist begehrt, weil sie noch im Winter Blickschutz bietet und obendrein Augenweide in der tristen Jahreszeit ist. Thuja (Lebensbaum), Gärtners Liebling mit dem frischen Grün, wächst recht schnell und ist relativ preiswert. Um die Thuja-Hecken-Katastrophe zu vermeiden - " 50 Zentimeter hohe Kegel, gestreng in einer Reihe aufmarschierend" - rät von Gayl: "Thuja ist nur schön, wenn er gut geschnitten wird und groß ist."

Er findet Hecken aus Eibe (Taxus baccata) viel attraktiver. "Sie wirken edler, haben leuchtend rote Früchte, ertragen Schatten besser. Sie sind sehr schnittverträglich und treiben sogar noch aus alten Stümpfen. Aber sie sind teurer und wachsen viel langsamer." Neben den markanten dunkelgrünen gibt es auch Sorten mit gelben oder gelbbunten Nadeln (giftig!).

Eine weitere Außenseiter-Empfehlung des Heckenexperten: Wacholder, normalerweise als Strauch oder Solitär-Baum eingesetzt. Doch das Gehölz eignet sich auch als originelle Hecke. "Er ist hochwachsend, blickdicht, starkwüchsig, robust, verträgt Formschnitt."

Den besten Schutz gegen ungebetene Gäste garantiert eine Hecke aus Stechpalmen (Ilex). Durch diese stachlige Schönheit wäre selbst Dornröschens Prinz nicht gedrungen. Jeder kennt und fürchtet die Dornen der spitzzackigen dunkelgrünen Blätter, so glänzend, als würden sie allmorgendlich frisch poliert. Gerade darum für von Gayl "eine tolle Heckenpflanze mit effektvollen roten Beeren". Schönheit hat ihren Preis, Ilex kostet in ein Meter Breite und rund 2,25 Meter Höhe um 1000 Euro. Für Individualisten perfekt: die auf der Buga zu bewundernde Sorte "meserveae Heckenfee", die im Mai mit duftenden weißen Blüten betört.

Attraktiv ist auch der Feuerdorn (Pyracantha): dunkelgrüne glänzende Blätter, erbsengroße Früchte in Orange, Rot oder Gelb, die Dornen sitzen an den Zweigen. "Man kann ihn als Formgehölz schneiden, er wächst sehr dicht, braucht aber viel Sonne", so Gayl. Wer mit einer Feuerdornhecke prunken will, (mit bis zu 1,30 Meter Höhe eher ein Strukturgeber), braucht Geduld: "In den ersten fünf Jahren wächst er sehr langsam. Aber dann!"

Ebenfalls mit reichlich Dornen versehen sind die großblättrige "Berberis julianae" (immergrün und viele kleine gelbe Blüten im Mai/Juni) und "Berberis thunbergii", die durch spektakuläre rote Herbstfärbung besticht - ein allerdings laubabwerfendes Gewächs.

Unverzichtbares immergrünes Mobiliar bleibt das blühende Bollwerk Rhododendron. Damit er dicht wächst, ist der richtige