Sie strukturieren Gärten, schützen vor neugierigen Blicken und bieten Vögeln ein Zuhause. Dabei müssen Hecken keinesfalls immer grün sein: Zu Thuja und Buche gibt es vielerlei Alternativen
Eine Hecke ist die schönste und ökologischste Art, den Garten vom lieben Nachbarn abzugrenzen. Ein lebendiger grüner Wall, der als formschöner Sichtschutz neugierige Einblicke verwehrt und als Windschutz ein günstiges Mikroklima für die Pflanzen erzeugt. Innerhalb eines Gartens ist die Hecke ein architektonisches Element, das dem Gelände Struktur gibt, intime und überraschende Areale schafft. Sie wirkt, wie in einem Bühnenbild, als dekorative Kulisse, vor der Rosen und farbige Stauden wirkungsvoll in Szene gesetzt werden.
Hecken schützen oder teilen auf viel sanftere Art als Mauern. Berühmtestes Beispiel neben den Heckenkabinetten der Barockgärten (gern für galante Rendezvous genutzt) ist der Garten im englischen Sissinghurst, einst von Vita Sackville-West so virtuos gestaltet, dass ihre "grünen Zimmer" bis heute vielfach kopiert werden. Doch wenn es um die Pflanzenauswahl geht, sind die Deutschen einfallslos. In den meisten Gärten regieren Thuja, Kirschlorbeer und Buche. "Mehr Mut zu neuen Hecken" fordert der Berliner Landschaftsarchitekt Georg von Gayl und ermuntert
LAUBABWERFENDE HECKEN
"Die originellste ist aus Zierapfel (Malus Hybride 'Evereste'), ein Vorschlag der Baumschule Lorberg, die alle Hecken lieferte", sagt von Gayl. Wer sich mit diesen Bäumen abschirmt, genießt im Frühling weiße Blüten und im Herbst prachtvolle rote Früchtchen.
Hecken müssen keinesfalls immer grün sein! Ein blühendes Kunstwerk ist eine Hecke aus Pfaffenhütchen (Euonymus alatus) mit den leuchtend roten (giftigen!) Früchten, die an bizarren Zweigen mit Korkleisten wachsen. Als Paravent zum Drübergucken eignet sich die Zwerg-Blutpflaume (Prunus cistena), mit erst herrlichen weiß-rosa Blüten, später schwarz-roten essbaren Früchten und vor allem purpurroten Blättern. Wegen ihres Laubes in fast violettem Purpur ist eine Hecke aus Rotbuche (Fagus sylvatica purpurea) sehr nobel. Ähnlich wie bei der beliebten Hainbuche bleibt das gefärbte Herbstlaub fast bis ins Frühjahr haften (und ist danach guter Kompost), wenn der frische grüne Austrieb startet.